Sicherheitsaspekte beruflich bedingter Auslandsreisen

Für alle Einsätze von Mitarbeitern im Ausland gilt eine gesetzliche Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, die unter anderem in § 618 Bürgerliches Gesetzbuch und in den §§1 ff. Arbeitsschutzgesetz geregelt ist.

Verletzt der Arbeitgeber diese Pflichten kann das Schadenersatzforderungen des Mitarbeiters auslösen. Seit 2006 gibt es keine rechtliche Trennung mehr zwischen Dienstreise, Dienstgang, Fahrtägigkeit, Einsatzwecheltätigkeit, Auslandsreise oder Geschäftsreise.

Jede Tätigkeit außerhalb des gewöhnlichen Arbeitsplatzes ist formal eine beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit. Neben dem Abschluß qualifizierter Auslandskrankenversicherungen sollten Unternehmen die ihre Mitarbeiter ins Ausland senden, egal ob kurzfristig oder langfristig ein Risikomanagement für diese einrichten.

Der bereits für 2011 geplante EU Corporate Manslaughter and Homicide Act wird die derzeit bereits bestehenden Fürsorgepflichten sogar noch schärfer sanktionieren. Wichtig in diesem Zusammenhang sind also Fragestellungen wie die Vermeidung sogenannter „Stealth Expatriates“, also Mitarbeiter im Ausland, die schleichend zu Expatriates werden, ohne in die rechtlichen Rahmenbedingungen des Ziellandes eingebunden zu sein. Inhaftierung der Mitarbeiter, Einreiseverbote und das Verbot der Geschäftstätigkeit für das Unternehmen könnten die Folge sein.

Auch steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Nachteile sollten dem Expatriate nicht entstehen. Im Rahmen der Internationalen Krankenversicherung des Expats ist darauf zu achten, dass die Zielgebiete und dortige gesundheitliche oder politische Risiken für Expats und Dependants (Familienangehörige von beruflich Reisenden) beleuchtet werden und bekannt sein sollten. Existiert eine 24/7-Notrufnummer für alle Reisenden / Expatriates? Welche Impfvorschriften gelten im Zielland (zum Beispiel RKI, WHO) und wird die Einhaltung sichergestellt?

Auch gilt es zu beachten, welche besonderen Visa-Bestimmungen gelten, und wie sich die allgemeine Sicherheitslage im Ausland und in der Region im speziellen darstellt. Hier kann es hilfreich sein dem Expatriate und den Dependants vor Reiseantritt ein Risikoprofil des Zielgebiets unterschieden nach medizinischen und Sicherheitsrisiken zur Verfügung zu stellen oder Leitfaden für Krisenfälle zur Verfügung zu stellen, z.B. für Evakuierungen oder Repatriierungen.

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